Gernot Blümel

Privater Gitarrenunterricht

Kreativität 01.07.2016

Ich habe ja vor kurzem mehr oder weniger unabsichtlich eine Band gegründet und übermütigerweise gemeint, ich könne ja singen, neben der Rolle des Leadgitarristen … Eigentlich war das nicht geplant, aber mit der Aussicht auf die optimale Besetzung, mit den optimalen Leuten (und der Möglichkeit, dass sogar andere Leute noch einspringen könnten) ist es mich überkommen, einfach mal, ohne groß zu überlegen, ja zu sagen.

Nun heißt es für mich, kreativ zu sein und Songs zu schreiben. Texte schreiben, Riffs auschecken, Gesangsunterricht nehmen (Danke an Julia Nitschmann und Manu Stocker), herumzutüffteln und schließlich mal bei einer Probe auszuchecken, was dabei rauskommt. Das Projekt wird ganz entspannt ablaufen und wir werden einfach mal schauen, was passiert und wenn was Cooles dabei rauskommt, dann ab auf die Bühne.

Seitdem fragen mich oft Schüler, wie das mit dem Songwriting und dem Kreativsein eigentlich ist und ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung, woher Ideen kommen, wann sie kommen und wenn sie da sind, ob sie auch etwas taugen. Aber die viel spannendere Frage ist, ob man denn offen ist, damit einen die Ideen überhaupt erreichen und ob man sie zulässt.

Mit zulassen meine ich, Ideen, seien sie auch noch so seltsam, mal anzuschauen und sich die Kreativität auf den gesamten Alltag auswirken zu lassen, ohne zu werten oder von vorn herein etwas auszuschließen und sich damit zu limitieren.

In der Fantasie und der Kreativität kann man frei sein und niemand kann einem das nehmen oder was dreinreden. Ich bin mir zum Beispiel sicher, dass bei mir zuhause im Wald jede Nacht ein Flugsaurier schreit - und? Kann mir jemand das Gegenteil beweisen?

Ich denke, um kreativ zu sein, muss man lernen, wieder frei zu sein – so, wie man es als Kind war. Da hat ja auch nichts dagegen gesprochen, meine Masters of the Universe Figuren gegen meine Stofftiersammlung antreten zu lassen und beide Seiten lebendig werden zu lassen.

Und das ist die eigentliche Aufgabe.

Kommentare (1)   Kommentar abgeben

  • Patrik, 1.07.2016 darauf antworten

    Songwriting

    Kann ich so unterschrieben ;-)
    Es ist in meinen Augen vor allem auch wichtig, die eigene Herangehensweise an das Songwriting kritisch zu sehen und zu überdenken.
    Wenn man Immer auf die "große kreative Eingebung" wartet und sämtliche eigene Ideenfetzen textlicher und musikalischer als grundsätzlich zu schlecht, zu simpel oder sonst wie abtut, wird man kaum viele Nummern fertig schreiben und über den ersten Teil des Songwritings - die ideenfindung - hinaus kommen, wovon ich ein Lied singen kann.
    Gleichzeitig finde ich es aber auch nicht sinnvoll, es unnötig zu verkomplizieren, eine Spur eines Demos dutzende, wenn nicht hunderte Male neu einzuspielen und sich damit im Kreis zu drehen. Mir kommt immer mehr der Ansatz "Keep it simple, stupid" als jener vor, der einem die besten Aussichten darauf gibt, regelmäßig Songs zu schreiben. Diese kann man im Nachhinein ja noch etwas komplexer ausschmücken und in eine andere Richtung umarbeiten.

    Erst durch die Regelmäßigkeit des Schreibens und dadurch, sich auch mal ohne Idee hinzusetzen und zu versuchen, etwas zu kreieren, kommt man als Songwriter weiter.

    Ps: mein Demo kriegst du bald. ;-)